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Gagliole im Brief
Castellina in Chianti, im Mai 2004
Liebe Gagliole-Freunde
«Es lebe der Cru!», titelte das Weinmagazin Vinum euphorisch im vergangenen November und meinte damit nicht etwa die Spitzengewächse aus Burgund und Piemont. Die Rede war von der Toskana, wo traditionellerweise verschiedene Sorten aus unterschiedlichen Lagen vermischt werden.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Jahrgangsunterschiede können besser ausgeglichen und die Stückzahl kann angepasst werden. Auf Gagliole haben wir uns von Beginn weg für einen anderen Weg entschieden. Unsere Jahresproduktion von 20'000 bis 25'000 Flaschen aus Trauben eigener Rebberge nimmt sich im toskanischen Umfeld wie ein Mosaiksteinchen aus, allerdings ein besonders leuchtendes, markantes wie uns scheint. Gagliole kann mit guten Gründen als «Cru» bezeichnet werden und wenn wir der Weinkritik in Europa und den USA Glauben schenken, gar als ein veritabler «Grand cru».
Unser Rotwein hat in den vergangenen Jahren an Statur und Stil
gewonnen – an seiner Statur, an seinen
Stil; wir haben ihn dabei behutsam begleitet und freuen uns, dass
er mehr und mehr den Ort seines Ursprungs verkörpert: das Antico
Podere Gagliole. Unser Wein soll die Atmosphäre der von Trockensteinmauern
und alten Olivenbäumen geprägten terrassierten Weinberge zum Ausdruck
bringen. Bei uns steht noch die Arbeit des Menschen und nicht die
der Maschine im Vordergrund. Im Übrigen führt aber die Natur Regie.
Deshalb unterscheiden sich denn auch die Jahrgänge des Gagliole.
Wahrend der 2001er ein kraftstrotzender, nach Bistecca Fiorentina
begehrender Tischwein ist, erscheint der liebliche 2002er als der
perfekte Begleiter zu einem zarten Scaloppina di Vitello. Der noch
in den Barriques lagernde 2003er erweckt trotz der extremen letzt
jährigen Trockenheit grosse Hoffnungen. Gerne werden wir Ihnen im
Herbst über die weitere Entwicklung dieses viel versprechenden Weines
berichten.
Gegenwärtig steht neu der 2001er in der Schweiz zum Verkauf, der uns, was Menge und Qualität betrifft, grosse Freude macht. Bei den ersten Präsentationen vermochte er selbst die ausgesprochen anspruchsvollen Einkäufer der Mövenpick Weinkeller zu überzeugen.
Gagliole-Weine, unser Grappa und das Olivenöl sind seit Anfang dieses Jahres bei allen Mövenpick-Filialen erhältlich. Wir freuen uns sehr über diese Zusammenarbeit, die unter anderem eine bessere Präsenz unserer Produkte im Raum Zürich zur Folge hat.
Gagliole nimmt sich im Mövenpick-Sortiment neben den grossen Weinproduzenten als quantité, aber nicht als qualité négligeable aus. Doch genau das hat Mövenpick-Chef Ueli Eggen-berger interessiert: einen toskanischen Cru anbieten zu können, einen Lagenwein mit eigenständigem Ausdruck, geprägt vom Ursprung und von Klima.
Eine gute Möglichkeit, unsere Jahrgänge 2000 und 2001 zu verkosten,
bietet sich am Donnerstag, 3. Juni im Mövenpick Weinkeller
an der Seestrasse 13 in Zollikon. Es wird uns freuen, Sie
dort begrüssen zu dürfen!
In diesem Sinn und ganz herzlich
Ihre

Monika und Thomas Bär-Bettschart
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