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Gagliole im Brief
Castellina in Chianti, im November 2005
Liebe Gagliole-Freunde
Weinproduzieren in unseren Breitengraden ist etwas vom Spannendsten, was man sich vorstellen kann. Jeder Jahrgang ist eine neue Herausforderung mit Hindernis-sen und Fallstricken, aber auch mit positiven und erfreulichen Ueberraschungen.
Anfang Oktober haben wir unseren jüngsten Jahrgang unter Dach und Fach ge-bracht. Es war eine späte Ernte, denn in der Regel schliessen wir um den 26. Sep-tember ab. Hinter uns liegen arbeitsreiche, anspruchsvolle Monate. Auf einen kalten Frühling folgten ein heisser Sommer und ein etwas verhaltener September. Drei Durchgänge - verteilt über den Sommer – waren nötig, um den Ertrag ins Gleichge-wicht zu bringen und die Trauben in gesundem Zustand zu halten. Dank dem Wet-terglück in der Endphase der Reifezeit konnten wir einen vielversprechenden Jahr-gang einbringen.
Im Keller sind wir, angeleitet durch das grosse Fachwissen von Stefano Chioccioli, wie in den Vorjahren verfahren. Die Trauben, in kleinen Kistchen angeliefert, werden abgebeert, mittels eines Wärmeaustauschers auf wenige Grad Celsius herunterge-kühlt und in die Botti (Holzstanden) gefüllt. Damit verzögert sich der Gärbeginn, und es findet eine Kaltmazeration statt. Nach zwei Tagen wird der Most aufgeheizt, und es werden die im Traubenmost aufgelösten Reinzuchthefen beigegeben. Nun gilt es darauf zu achten, dass die Gärung langsam und ruhig verläuft, die Temperatur soll nicht über 28 Grad Celsius steigen. Nach der Gärung werden die Jungweine in Bar-riques gefüllt und ausgebaut. Ziel dieses Verfahrens ist, ein Maximum an Extraktion, an Gehalt also zu erreichen.
Die Rechnung scheint, schenkt man den Verkostern des Winespectators Glauben, aufzugehen. „Pecchia wie Cashmere!“ jubelten sie nach der Degustation des Jahr-gangs 2003 und notieren 93 Punkte. Ebenfalls ausgezeichnet bewertet (91/100) wurde der Gagliole Rosso desselben Jahrgangs. An Anerkennung für den 2003-er mangelt es nicht. Der Weinwisser bewertet den Gagliole Rosso mit 17 von 20 mög-lichen Punkten („... intensive Aromatik, durch die sehr reifen Tannine bald schon grossartigen Genuss vermittelnd ...“) und den Pecchia mit 18/20 („... wirkt sehr nobel im Ansatz, feingliederig, veloursartiger Gaumen ...“). Das europäische Weinmagazin Vinum fasste die Degustation aller drei Weine (Rubiolo, Gagliole, Pecchia) wie folgt zusammen: „Dass Thomas Bär auf seinem Mustergut gerade dieser Jahrgang so gut gelungen ist, zeugt davon, dass er von überaus kompetenten Mitarbeitern umgeben ist, sowohl was die Reb- als auch was die Kellerarbeit anbelangt.“
Alle drei Weine sowie auch unser Olivenöl und unseren Grappa können Sie bei un-seren Partnern im Weinhandel beziehen (Bezugsquellen: Importeure), wobei unser Olivenöl u.a. auch im zentral gelegenen Oliveshop im Jelmoli in Zürich stets zu haben ist.
Zum Schluss möchten wir Sie auf zwei Veranstaltungen aufmerksam machen. Am 24. Januar 2006 sind wir mit 13 weiteren Betrieben aus der Toskana an der Weinga-la im Hotel Waldhaus in Sils Maria zu Gast. Die Degustation am späteren Nachmit-tag ist öffentlich. Falls Sie bei Wine & Dine dabei sein möchten, sollten Sie rasch reservieren (Hotel Waldhaus, Tel. 081 838 51 00).
Im Februar 2006 planen wir in Zusammenarbeit mit Caves Mövenpick und der Confi-serie Sprüngli eine Degustation mit Sauvage Cru Schokolade und Gagliole Weinen. Wir werden Ihnen zu gegebener Zeit detailliertere Informationen darüber zukommen lassen.
Herzliche Grüsse und hoffentlich bis bald
Ihre
Monika und Thomas Bär - Bettschart
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