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Die Technik des Trockensteinmauerwerks

Vielerorts im Chianti Classico zeichnet sich die Landschaft durch traditionelle Terrassierungen aus, die von den Bauern der Vergangenheit angelegt wurden, um Geländestreifen einzuebnen und so mit etwas weniger Mühe ans Werk gehen zu können. Für diese Terrassierungen wurden „povero“-Trockenmauern aus vor Ort gesammelten Natursteinen errichtet.

Die trockene Mauerungstechnik findet sich bereits in der Frühantike, mit ersten Belegen im Alten Orient bei Assyrern und Babyloniern. Im 5. Jhdt. v.Chr. gelangte die Technik dann zu den Etruskern, einem Volk, das die Toskana unermesslich prägte. Sie wurden die eigentlichen Wegbereiter dieser ehrwürdigen Handwerkskunst auf italienischem Boden.

Das System dieser Trockenmauern des Typs “povero” (also mit unbehauenen Natursteinen und ohne Mörtel) wurde über Jahrtausende eingesetzt und zwar nicht bloß aufgrund der geringeren Kosten, sondern vor allem wegen seiner Effizienz: richtig gebaut, bleiben diese Konstruktionen eine sehr lange Zeit in Funktion, indem sie gerade auf weichem Untergrund flexibel bleiben und so immer wieder anpassen.

In unserer Gegend blieb Trockenmauerwerk bis in die Nachkriegszeit der Standard. Mit den 60er Jahren verursachte die Landflucht in Richtung der Ballungszonen und dem damit verbundenen Mangel an Arbeitskräften, Zeit und Ressourcen für die Instandhaltung einen Niedergang dieser Handwerkstechnik.

Heute steht man vor der Aufgabe, die Mauern wieder aufzubauen, wo sie eingefallen sind, oder sich um die Erhaltung zu kümmern.

Auf Gagliole liegt uns der Erhalt der ererbten Terrassierungen, dieses Kennzeichens unserer Weinberge, ganz besonders am Herzen. Alljährlich setzen wir auf spezialisierte Handwerker, um einzelne Teile auszubessern. Solcherart bleiben zugleich die Bewahrung der Ursprünglichkeit unseres Anwesens und die Achtung vor dem Land gewährleistet.

Denn die Trockenmauern sind nicht bloß optisch beeindruckend, sie spielen auch in der Vorsorge gegen Erdrutsche sowie die Bodenerosion eine entscheidende Rolle, verbessern Biodiversität und bewirken hervorragende mikroklimatische Bedingungen für den Weinbau. Ist der Hektarertrag bei Anbau auf den Terrassierungen auch niedriger, so erreicht die Qualität des Weins gerade unter diesen Bedingungen ihren Gipfel.

Es ist kein Zufall, dass einige unserer besten Weine von Reben stammen, die auf diesen antiken Terrassierungen gedeihen.

Von welcher Seite man Gagliole auch betrachtet, die überkommenen Trockenmauern umgeben und schützen die Terrassierungen des Gutes. Ihre althergebrachte Technik wurde 2019 von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt. Von Gagliole mit Sorge und Hingabe behütet, sind die Terrassierungen ein Symbol für das Band, das Mensch und Natur eint.

 

 

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