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Gagliole: Hochgesteckt Ziele – WeinWisser

Auf dem Weingut Gagliole in Castellina in Chianti, das dem Zürcher Thomas Bär (Bank Julius Bär, Anwaltskanzlei Bär & Karrer) gehört, träumt man von Weinen wie dem Solaia von Antinori und dem Le Pin aus Pomerol. Die Ziele sind also hochgesteckt. Respekt zollt man den Weinen, die auf den terrassierten Weinbergen wachsen, allerdings schon heute: dem Weissen aus Trebbiano genauso wie dem roten Vino da Tavola, der im wesentlichen aus Sangiovese besteht. Dank den Terrassen, die unter Heimatschutz stehen, hat die Qualität des Terroirs nie gelitten. Die Rebstöcke sind zum Teil sehr alt. Moderner Vinifikationsstil und biologischer Weinbau: auf Gagliole passt’s.

1996 Gagliole bianco: In der Farbe intensives Strohgelb. Reifes, fast honighaftes Bouquet, in der Nase einem reifen Spanier nicht unähnlich., Melonen, viel Vanille, marmeladige Süsse. Im Gaumen fett, Souplesse, Haselnusstöne, in seiner Aromatik sehr reich, Karambolle und Manzanilla im Finale. Ein spezieller Wein, der zuerst etwas überreif erscheint, sich dann aber an der Luft sehr gut hält. 17/20 trinken – 2002.

1995 Vino da tavola Rosso, Gagliole: Sehr dichtes, aber in sich reifendes Purpur. In der Nase verschlossenes, böckserhaftes Bouquet. Im Gaumen fester Körper, viel Fleisch, auch hier ein gewisser Böckserton, sich mit einem scharfen, spitzen Extrakt vermischend, austrocknende Gerbstoffe. Ein Wein, der wahrscheinlich die malolaktische Gärung nicht ganz beendet hat und jetzt blockiert ist. Zwei Stunden dekantieren. 15/20 trinken -2006.

1996 Vino da Tavola Rosso, Gagliole: In der Farbe mittleres Weinrot, feiner Wasserrand. Feingliedriges, zartes Bouquet, feine Schoko- und Brombeertöne. Im Gaumen sehr feingliedrig, wiederum eine blaubeerige Frucht, stoffig, sehr gute Balance, guter Rückkhalt, sanft pelzig auf der Zunge. 16/20 trinken – 2006.

1997 Vino da Tavola Rosso, Gagliole. In der Farbe sattes, dunkles Rubin-Purpur. In der Nase warmes, beeriges Bouquet mit Schokoladenoten, Zedernduft, Kirschentöne, sehr intensiv. Im Gaumen saftig, viel veloursartiger Stoff, wiederum eine schöne Kirschennote, in der Adstringenz noch streng, leicht kernig, nach weiterer Flaschenreife verlangend, langer Nachhall.
Potentialbewertung: 17/20 2001-2012.

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